Frankfurt am Main

Große Kleinstadt oder kleine Metropole?

Gleich ob man sich Frankfurt mit Zug, Auto oder Flugzeug nähert, die Skyline Frankfurts ist in jedem Fall das Erste, was sich einem offenbart. Kaum eine andere Stadt heißt einen schon von so weit her willkommen. Es scheint als würde sie einen einerseits freundlich begrüßen, andererseits wirkt sie sehr dominant. Eins wird jedoch schnell klar: diese Stadt pulsiert. Knapp 750.000 Einwohner und aber mal so viele Pendler tummeln sich täglich in den Straßen der großen Kleinstadt.

Die Hochhäuser leuchten rund um die Uhr, die Flugzeuge heben im Minutentakt ab und mit den ersten Schritten auf Frankfurter Boden wird einem bewusst, dass diese Stadt schnell lebt!
Während die Skylines in anderen Städten bunt gemischt belegt sind, haben die Hochhäuser in Frankfurt alle dieselbe Bestimmung: Banken beherbergen. Dies schlägt sich auch auf das Stadtbild nieder. Auf den Straflen wimmelt es nur so von Anzugträgern und teuren Autos. Geld ist in dieser Stadt wichtig und das wird auch nach aussen getragen.

Dieser Umstand, zusammen mit der Tatsache, dass Frankfurt für Touristen ein sehr beliebtes Ziel ist, sorgt auch dafür, dass die Zeil die umsatzstärkste Einkaufsmeile Europas ist. Hier ist es immer viel zu voll und Gespräche um einem herum werden fast ausschließlich in Englisch geführt. Wenn man sich inmitten diesen Treibens aufhält, verliert man jeden Zweifel darüber, dass Frankfurt eindeutig eine Weltmetropole ist. Straßenkünstler und Bettler, Bänker und Hipster. Alle zusammen bilden einen lebhaften Haufen, welcher urbaner nicht sein könnte und nicht selten lassen sich dort auch mal Passanten durch die fröhliche Musik zu einem spontanen Tänzchen hinreißen.

Mitten durch Frankfurt fließt der Main, welcher sich wie eine Lärmschutzwand durch dies Stadt zieht. Während die Innenstadt laut und schnell ist, ist die Stimmung am Main eine ganz andere. Hier liegen die Menschen auf Liegestühlen, horchen Gitarrenriffs benachbarter Grüppchen und entspannen.
Egal ob einen leckeren Döner vom bekannten Döner-Boot oder einen Apfelwein am Mainkaffee: Hier genießt man die Ruhe in dem Wissen, dass einem der Stress auf der anderen Mainseite nichts anhaben kann. Von hier aus scheint die Skyline dieses Gefühl sogar noch zu unterstreichen. Auf dieser Seite des Mains hat Frankfurt nichts mehr von seiner Metropole übrig.

“Frankfurt ist sozusagen der Charlie Brown unter den Großstädten – durchaus liebenswert, aber eben erst auf den zweiten Blick.” -Jochen Till

Die alte Brücke, von der man übrigens die schönste Sicht auf die Skyline hat, führt nach Alt-Sachsenhausen. Nicht nur die Breite des Mains, sondern auch der extreme Kontrast in jeglicher Hinsicht sorgen dafür, dass man sich unter Urfrankfurtern nicht zu 100% sicher ist, ob Sachsenhausen tatsächlich noch zu Frankfurt gehört. Hier scheinen die Gebäude aus einer anderen Zeit und die Schenken laden zum Versinken ein. Hier fröhnt man voller Stolz der Frankfurter Küche: Grüne Soße, Apfelwein und Handkäs‘ mit Musik fehlt hier auf keiner Karte. Dieser gelassene Zustand hält zumindest bis die Sonne untergeht. Dann nämlich entpuppt sich diese Gegend als bekannteste Partymeile Frankfurts. Die Straßen füllen sich mit jungen Menschen und alle Bars verschmelzen auf der Straße zu einem einzigen großen Junggesellenabschied.

Frankfurt ist irgendwie immer dazwischen. Norden oder Süden Deutschlands? Frankfurt liegt irgendwo dazwischen. Metropole oder Kleinstadt? Frankfurt liegt irgendwo dazwischen. Schön oder hässlich? Frankfurt liegt wieder irgendwo dazwischen. Aber Frankfurt ist kein Mittelmaß. Fernab des Durchschnitts kommt hier niemals Langeweile auf. In Frankfurt wird das bunte Miteinander einfach gelebt, man spricht nicht groß darüber, so selbstverständlich ist es.

Für keine Stadt in Deutschland gibt es eine Abkürzung außer für Frankfurt: FFM – da wird einem im Endeffekt dann doch klar, dass das hier schon eine Metropole ist, sonst hätte sie nicht so viel zu bieten.


Wart ihr schon mal in Frankfurt am Main? Wenn ja, wie war euer Eindruck? Was hat euch gefallen und was nicht? Schreibt es gerne in die Kommentare – ich würde mich freuen! 🙂

Der Autor: Dennis

Yüha, ich bin Dennis. Ich habe einen Faible für Rap-Musik, kreatives Marketing und frittiertes Essen. Für mich ist Reisen die Möglichkeit, meinen Alltag auf Stand-by zu schalten. Außerdem finde ich, Herrenhäuser ist das beste Bier. Cheers!

2017-09-09T20:11:57+00:00

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