BIGJOURNEY-Motorbike-Snatcher-kambodscha

Wie es ist in Kambodscha von „Motorbike Snatchern“ beklaut zu werden…

…und Tipps wie ihr euch dagegen schützen könnt

Man liest ja immer und überall, dass man gerade in Südostasien aufpassen muss, dass man nicht beklaut wird. Dafür empfiehlt es sich am Besten eine Bauchtasche zu benutzen, die man unter der Kleidung trägt. So habe ich das auch immer fleißig getan. Doch irgendwann wurde mir das Herauswühlen meines Bargelds an der Kasse oder des Handys für einen kurzen Schnappschuss dann doch etwas zu umständlich (und an öffentlichen Orten in der Bauchtasche rum wühlen, um jeden zu zeigen das man da was versteckt, ist ja auch nicht so optimal). Deswegen entschloss ich mich dazu, mir eine kleine Umhängetasche zu kaufen, in der ich die Sachen aufbewahrte, an die ich mehrmals täglich bzw. oft ran musste. 3 Monate bin ich damit auch gut in Vietnam durchgekommen. In Kambodscha sollte das aber jetzt ein Ende haben…

So überfallen dich „Motorbike-Snatcher“

3 Tage bevor wir uns auf den Weg von Kambodscha nach Laos machen wollten, entschieden wir uns am Abend dazu noch einmal los zu ziehen, um unsere Wäsche in einem Waschsalon abzugeben.  Auf dem Rückweg schlenderten wir langsam die Straße entlang und Dennis blieb kurz stehen, um sich etwas in einem Schaufenster anzusehen. Wohl gemerkt, wir standen vielleicht 10 m von unserem Hostel entfernt, zu dem wir gerade zurück wollten. Ich stand am Straßenrand (da der Gehweg mal wieder von Autos und Straßenständen belagert war) und wartete auf ihn. Die Umhänge-Tasche hing um meinen Nacken und direkt vor meinem Körper. Das habe ich immer so gemacht, „weil diese „Motorbike Snatcher“ klauen ja im Vorbeifahren und wenn ich die Tasche vor mir trage, dann kommt da ja so leicht keiner ran und außerdem habe ich ja auch immer noch meine Hand an der Tasche, für den Notfall“ – soviel zur Theorie. Ich stand da also und guckte mich um, als plötzlich zwei Männer auf einem Motorbike dicht neben mir anhielten. Der Hintere schaute mich eindringlich an und ich dachte: „ok mal wieder einer, der mir irgendetwas andrehen will“. Seine Augen zuckten für eine Sekunde nach unten zu meiner Tasche und in dem Moment spürte ich schon, wie die Tasche von meinem Hals riss. Ich griff noch nach dem Band, doch es glitt mir aus der Hand. Vor Schreck schrie ich laut auf, obwohl ich eigentlich genau wusste, was passiert war. In Phnom Penh wird man nämlich überall und an jeder Ecke vor diesen Typen gewarnt. „Motorbike Snatcher“ sind Diebe, die in der Regel immer zu zweit und auf einem Motorbike unterwegs sind. Während der Fahrer sich nur um seinen Job kümmert, hält der Beifahrer Ausschau nach möglicher Beute und reißt den Passanten bei passender Gelegenheit die Tasche/Rucksack im Vorbeifahren herunter. Dennis checkte erst gar nicht was los war, als er es begriff rannten wir noch 3-4 Meter hinterher doch die beiden bogen schon mit dem Motorbike um die nächste Ecke. Diese ganze Aktion dauerte vielleicht 5 Sekunden! Tasche direkt vor meinem Körper, Hand an der Tasche und trotzdem konnten diese Typen mir „unbemerkt“ die Tasche vom Hals reisen bzw. schneiden, denn dafür, dass er mir die Tasche ohne weitere Hilfsmittel herunter gerissen hat, war der Ruck im Nacken nicht stark genug. Erbeutete Ware: Smartphone, 360°-Kamera, Bargeld, Kreditkarte & Führerschein. So überfallen dich also „Motorbike-Snatcher“…

Direkt nach dem Unglück kam eine Frau auf uns zu, um zu fragen ob uns was passiert sei. Sie war augenscheinlich keine Einheimische, lebe aber schon lange in Kambodscha. Ihr Tipp: Ins Hotel gehen und einen Angestellten bitten mit uns zur Polizei zu gehen. „Wenn ihr alleine zur Polizei geht, wird sie euch abzocken. Das machen die mit Touristen immer so (grob übersetzt)“. Im Hotel angekommen war mir erst einmal am wichtigsten meine Kreditkarte und SIM-Karte sperren zu lassen und das hat zum Glück auch ohne größere Probleme funktioniert. Die Angestellten des Hostels machten zunächst aber keinen begeisterten Eindruck, als wir sie baten mit uns zur Polizei zu gehen, um dies zu melden. Wir beharrten jedoch darauf und sie willigten ein uns am nächsten Tag zu begleiten. Der Schreck steckte mir noch den ganzen Abend in den Knochen und ich ärgerte mich natürlich über die gestohlenen Sachen und darüber, dass ich die Warnungen nicht ernster genommen habe und überhaupt eine Tasche mit mir herum getragen hatte. Am nächsten Morgen gingen wir zur Polizei und haben ein Protokoll über den Tathergang und die gestohlenen Sachen bekommen, so habe ich zumindest etwas, was ich im Notfall vorzeigen kann.

Tipps wie ihr euch gegen „Motorbike-Snatcher“ schützten könnt

Das empfehlen Einheimische:

  • Versuche komplett ohne Tasche raus zu gehen (und das ist meiner Meinung nach auch der einzige Tipp, der wirklich gegen diese Typen hilft!!!).
  • Trage in deiner Tasche nur das, was du wirklich brauchst und vermeide es große Tasche mit dir herum zu tragen.
  • Halte dich von Menschenmassen fern.
  • Mache die Schlaufen deiner Tasche so kurz wie möglich, um sie möglichst nahe am Körper zu tragen.
  • Wenn du an einer Straße entlang gehst, dann trage die Tasche auf der Nicht-Straßenseite.
  • Wenn möglich habe dein Geld immer passend parat, wenn es Zeit ist zu zahlen, sodass du nicht erst lange in der Tasche danach wühlen musst.
  • Bewahre dein Geldbeutel am besten in deiner Bauchtasche auf.
  • Wenn sich eine Gruppe von Leuten oder Kindern um dich tummelt und dir versucht etwas zu verkaufen, dann halte deine Tasche fest im Griff – wahrscheinlich wollen sie dir wirklich nur was verkaufen, aber sicher ist sicher.
  • Wenn deine Tasche geklaut wurde, versuche nicht sie zurück zu bekommen. Der Dieb ist wahrscheinlich bewaffnet und könnte dich verletzten, um sich zu holen was er will.

Wie immer gilt: Gerne kommentieren, wenn ihr Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema habt.

Die Autorin: Vanessa

Hallöchen, mein Name ist Vanessa und ich bin die Organisationseinheit auf unseren Reisen. Ich bin Sonnenanbeterin und eine absolute Wasserratte, daher liebe ich besonders den Strand und das Meer. Ganz nach dem Motto „collect moments not things…“, genieße ich jeden einzelnen Moment, den ich mit außergewöhnlichen Erlebnissen verbringen kann.

2016-12-19T14:36:57+00:00

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