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Phnom Penh – die Hauptstadt Kambodschas

Phnom Penh liegt im Südwesten des Landes, hat ca. 1,3 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt Kambodschas. Diese Stadt eignet sich ideal dafür etwas mehr über die Geschichte des Landes kennen zu lernen, in erster Linie über das Schreckensregime der Roten Khmer. Ansonsten war mir die Stadt von Anfang an eher unsympathisch und hat auch nicht all zu viele Highlights zu bieten. Wenn ihr also 2 Tage Aufenthalt für hier einplant, reicht das völlig aus.

Da ich vor zwei Tagen von zwei sogenannten „Motorbike Snatchern“ beraubt wurde, ist es mir ein großes Anliegen direkt am Anfang dieses Textes (für all diejenigen, die nicht bis zum Ende lesen) auf diese Gefahr hinzuweisen, da dies ein echtes Problem in Phnom Penh darstellt. Was „Motorbike Snatcher“ sind und wie ihr euch dagegen schützen könnt erfahrt ihr in diesem Artikel.

Sehenswürdigkeiten Phnom Penh


Das S-21 Musuem (Tuol-Sleng-Genozid-Museum) und die Killing Fields (Choeung Ek)

Wie bereits erwähnt, finde ich es immer sehr wichtig auch etwas über die Geschichte des Landes in Erfahrung zu bringen, wenn man es bereist und gerade dann, wenn es eine solch grausame Geschichte hat wie Kambodscha. Eine kurze Zusammenfassung für alle die noch nie etwas davon gehört haben (so wie wir, vor dem Besuch von Phnom Penh):
„Dich zu behalten ist kein Gewinn, dich zu verlieren ist kein Verlust!“ Dieses Zitat stammt von Pol Pot, dem Anführer der roten Khmer (Khmer Rouge). 1975 ergriff diese nationalistische Guerillabewegung die Macht in Kambodscha und wollte die Gesellschaft gewaltsam in einen Agrarkommunismus überführen. Ihrer Meinung nach hatten die gebildeten Stadtmenschen Schuld an dem Leiden der Bauern. Ziel dieser Bewegung war es, alle Städte aufzulösen und alle Menschen auf ländliche Gebiete umzusiedeln. Geld und Besitztümer wurden verboten und die Bildungselite exekutiert. Als Grund für eine Hinrichtung konnte ein „gehobener“ Job wie Arzt oder Lehrer, aber auch schon das Sprechen einer Fremdsprache, das Tragen einer Brille oder die Fähigkeit zu schreiben dienen. Falls die Führung der roten Khmer der Meinung war, man würde eine Gefahr für ihre Ziele darstellen, wurde man mitsamt der Familie getötet. Die Regel lautete „lieber ausversehen einen Unschuldigen töten, als ausversehen einen Schuldigen entkommen lassen“ und „will man Unkraut jäten, muss man auch die Wurzeln entfernen“. Letzteres sollte verhindern, dass Familienmitglieder spätere Rache schwören. In den 3 Jahren der Schreckensherrschaft wurden (je nach Quelle) 1,7 Millionen – 3 Millionen Menschen getötet. Das sogenannte S-21 Museum (Tuol-Sleng-Genozid-Museum), sowie auch die Killing Fields (Choeung Ek) in Phnom Penh sind heute Gedenkstätten für diese furchtbare Zeit. Per Audioguide (ist in vielen Sprachen, u. a. auch in Deutsch erhältlich) werden einem dort die grausigen Geschichten des Landes näher gebracht und Überlebende erzählen von ihren traumatischen Erlebnissen. Ich bin ganz ehrlich, vor unserem Besuch dort habe ich mir einige Bewertungen auf Tripadvisor dazu durchgelesen. Das Menschen bei dem Besuch „weinen“ mussten oder „den ganzen Tag lang nichts mehr anderes machen konnten, weil sie diese Geschichten so mitgenommen haben“ konnte ich nicht nachvollziehen – zumindest bis zu dem Moment, als wir selbst dort waren. Massengräbern die auch 30 Jahre später bei Regen noch Knochen zum Vorschein bringen. Ein Baum, an den Säuglinge geschlagen wurden, um sie zu töten. Palmen mit deren Blättern den Menschen die Kehle aufgeschnitten wurde. Wenn man so etwas hört stockt einem der Atem und auch ich musste mir die ein oder andere Träne, sowie die tiefe Betroffenheit die mich überkam bewusst zurück drängen, um nicht vollkommen von der Traurigkeit darüber überrannt zu werden. Eins muss man wirklich sagen, weder die Killing Fields (von denen die eben genannten Szenen stammen) noch das S-21 Museum sind ein Platz für schwache Nerven, doch ist es umso wichtiger solche Gräueltaten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deshalb solltet ihr euch auf jeden Fall diese beiden Orte besuchen. Der Eintritt kostet jeweils ca. 5 Dollar.

Der Royal Palace und die Silberpagode

Direkt am Ufer des Flusses liegt der Royal Palace und angrenzend daran die Silberpagode. Definitiv zwei wunderschöne architektonischen Gebäude, die es lohnen sie zu besuchen. Was etwas schade ist, dass nicht das ganze Gelände und auch die Innenräume der Gebäude besichtigt werden können. Das große Areal ist an vielen Stellen abgesperrt und in den Royal Palace selbst kann man auch nur einen kurzen Blick hinein werfen. Direkt neben dem Königspalast liegt die Silberpagode. Gleiches Spiel auch hier. Die Gebäude können zum Großteil nur von außen besichtigt werden. Trotzdem sind sowohl der Royal Palace, als auch die Silberpagode eine der beeindruckenden Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh. Kleiner Hinweis für euren Besuch: ihr müsst knielange Kleidung und bedeckte Schultern haben, sonst werdet ihr nicht rein gelassen.

Wat Phnom, Zentralmarkt, Unabhängigkeitsdenkmal und die Uferpromenade

Diese 4 Sehenswürdigkeiten in Phnom Penh stehen bei vielen Reisenden ebenfalls auf der To-Do-Liste. Ich kann euch sagen, dass sie auf jeden Fall nicht zu den Must-Dos gehören. Sie sind nett anzusehen, aber eben total unspektakulär. Am coolsten ist da noch die Uferpromenade, wo man es sich am Abend mit etwas zu Trinken gemütlich machen kann. Hier tummeln sich viele Einheimische und es ist wirklich eine ganz entspannte Atmosphäre.

Essen in Phnom Penh


In Phnom Penh findet ihr sehr viele Straßenstände an denen es super leckeres Essen gibt. Von gebratenem Reis/Nudeln mit Gemüse und Fleisch bis hin zu typisch einheimischen Sachen wie beispielsweise Lok Lak findet ihr hier alles zu günstigen Preisen zwischen 1 und 2 US-Dollar. Für alle die es interessiert was Lok Lak genau ist, die lesen am Besten unseren Artikel über Battambang, denn dort haben wir nämlich einen Kochkurs gemacht, in dem wir genau das zubereitet haben. 🙂
In den Restaurants bekommt ihr einheimisches Essen meist ab 3-4 Dollar. Westliche Gerichte kosten ab 5 Dollar aufwärts.


Von Phnom Penh aus ging es für uns nach Siem Reap und zu den Tempeln von Angkor.

Falls ihr noch Fragen zu Phnom Penh habt oder einen ganz anderen Eindruck bei eurem Besuch gewonnen habt, dann schreibt es gerne in die Kommentare. Wir freuen uns über jede Meinung. 🙂

Die Autorin: Vanessa

Hallöchen, mein Name ist Vanessa und ich bin die Organisationseinheit auf unseren Reisen. Ich bin Sonnenanbeterin und eine absolute Wasserratte, daher liebe ich besonders den Strand und das Meer. Ganz nach dem Motto „collect moments not things…“, genieße ich jeden einzelnen Moment, den ich mit außergewöhnlichen Erlebnissen verbringen kann.

2016-12-19T14:36:57+00:00

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