Segeln in Griechenland – Erholung & Abenteuer vereint

Segeln in Griechenland

Seit April 2018 hat Dennis seinen Traumjob gefunden und arbeitet bei einem Veranstalter von Segeltörns für junge Leute. Das Coole ist, dass man bei diesen Segelreisen wirklich aktiv mitsegeln kann – komplett ohne Vorkenntnisse. Dennis ist seit April viel unterwegs und schwärmte nach jedem Segeltörn davon, wie tooooll das doch sei. Da konnte ich natürlich nicht anders, als es selbst auch auszuprobieren. Also nicht lang schnacken, Koffer packen und los ging’s nach Griechenland, genauer gesagt nach Athen. Denn von dort aus startete unser Segeltörn mit Join The Crew. Jippie!

Schon mal vorweg, bevor jetzt mein fabulöser, aber auch ausführlicher Erfahrungsbericht folgt: Es war der Hammer!

Der Vorabend des Segeltörns

Am Abend vor dem Segeltörn trafen wir uns mit einigen bereits Angereisten unserer Flottille (so nennt man einen Verbund aus mehreren Yachten). Bei unserem Segeltörn in Griechenland war es nämlich so, dass wir mit 3 Booten als Flottille unterwegs waren (pro Boot 9 bzw. 11 Personen). Dass heißt, ein bunt gemischter Haufen aus Leuten, die Bock auf Segeln haben treffen aufeinander, um eine coole Woche zusammen zu verbringen. An der Stelle schon einmal ein fettes Dankeschön an Ari von Join The Crew die anscheinend ein sehr gutes Händchen dafür hat die perfekten Crews zusammen zu stellen, denn ich hatte wirklich eine mega Crew. Dank JTC-Chat-Funktion kann man vor Abreise abchecken, mit wem man eigentlich seinen Urlaub verbringen darf & schon einmal in Kontakt treten. So hat sich eben auch das Treffen am Abend vor der Abfahrt ergeben. Mit Blick auf die Akropolis haben wir zusammen den Sonnenuntergang genossen, um den Abend anschließend bei griechischen Leckereien und ordentlich Wein ausklingen zu lassen – das war schon einmal ein sehr gelungener Einstieg.

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Los geht’s!

Am Samstagmorgen trafen wir uns dann alle im Hafen von Athen und haben erst einmal bequatscht, was wir eigentlich die Woche über so essen wollen & was wir sonst noch so an Board brauchen – bei Join The Crew wird nämlich nicht nur selbst gesegelt, sondern auch selbst gekocht. Die Feuertaufe für die Crew bestand dann darin gemeinsam für 7 Tage, für 9 Personen, ohne Auto, einzukaufen. Wir haben uns sehr gut geschlagen und in Rekordzeit unsere ca. 50 Tüten bestückt und per Taxi zurück zum Hafen gebracht. Nach einiger Wartezeit (weil das Boot erst übergeben werden musste) war es dann endlich soweit, wir durften unser Zuhause für die nächsten 7 Tage beziehen: Lovely PATMOS (so hieß unser Boot), here we are!

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Nach Aufteilung der Kabinen und Sicherheitseinweisung endete unser Abend mit Spaghetti Bolo, Wein & Bier. Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, ging es dann endlich los. Das erste mal ablegen und raus aufs Meer. Was für ein krasses Gefühl, den Hafen in dieses Abenteuer zu verlassen.

Außerhalb des Hafens gab uns unser Skipper die erste Einweisung ins Segeln. Wer segeln will, muss nämlich auch ein bisschen was lernen. Zum Beispiel: Wie setze ich ein Segel, welche Windrichtungen gibt es und welche Verkehrsregeln sind beim Steuern zu beachten. Und dann war es soweit: „Määäänner (und Fraaaauen), setzt die Seeeegel“ und los ging’s. Mit ein paar Startschwierigkeiten schafften wir es zusammen unser erstes Segel zu setzen – soooo cooool. Es klingt so banal, aber es ist irgendwie ein total tolles Gefühl mit seiner Crew zusammen dieses Segel zu hissen. Der Sturm vor der Ruhe, würde ich es nennen. Denn ist das Segel gehisst und der Motor ausgestellt, hörst du nur noch den Wind in den Segeln und das Rauschen des Meeres. Klingt jetzt voll schnulzig, aber diese Art von Ruhe hat man so selten, vor allem wenn man in der Stadt lebt. Daher war es für mich irgendwie total besonders.

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Unser Tagesablauf beim Segeln

Und dann segelten wir und segelten und segelten. Wer wollte, durfte steuern. Alle anderen hingen rum, sonnten sich, genossen den Ausblick & die Ruhe. Unser Tagesziel war eine Bucht, die ca. 34 Seemeilen entfernt lag. Erschöpft von unserem 1. Segeltag kamen wir gegen Abend in der Bucht an. Dort trafen wir dann auch wieder auf die anderen beiden Boote und es war erst einmal Badespaß angesagt. Den ersten Abend beendeten wir dann noch mit einer spontanen Party auf unserem Boot.

So nahmen die Tage ihren (leider viel zu schnellen) Lauf. Abends bzw. morgens wurde jeweils die anstehende Route besprochen. Meist haben wir zügig nach dem Frühstück abgelegt, um so viel wie möglich von dem Tag genießen zu können. Manöver-Übungen und weitere Segel-Basics sorgten dafür, dass die Gehirnzellen bei der erholsamen Stimmung an Board nicht komplett einschliefen. Der Spaß durfte aber natürlich auch nicht zu kurz kommen. Also Fender zusammen knoten und hinter das Boot spannen. Crew ab ins Wasser und an den Fendern festhalten und dann Vollgas. Wir haben ja eigentlich gehofft, dass wir damit die Defline anlocken, die wir kurz davor in der Nähe unseres Bootes gesehen hatten, aber dem war leider nicht so. Riesen Spaß hatten wir aber trotzdem. Kleiner Tipp an alle, die das auch mal ausprobieren wollen: Jungs, schnallt eure Badehosen fest und liebe Mädels, greift zu einem wirklich fest sitzendem Bikini oder Badeanzug. Glaubt mir, es ist besser!

Und auch das Segeln selbst machte seeeeehr viel Spaß, denn wenn der Wind ordentlich geblasen hat und man vorne auf dem Deck lag, stand man fast senkrecht bei der Schräglage des Bootes, dass war so abgefahren! Wie ihr seht: Erholung, Action, Spaß – hier kam nichts zu kurz. In den Buchten oder Häfen, in denen wir am Abend angelegt haben, trafen wir dann immer den Rest der Flottille. Nach dem Kochen, Essen und Abwaschen stand der Abend zur freien Verfügung.

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Meine beiden persönlichen Highlights beim Segeln

Highlight 1: Um 5 Uhr klingelte mein Wecker. Keine Zeit, zu der ich sonst auch nur ein Auge aufmachen würde. Aber heute wollten wir uns den Sonnenaufgang anschauen. Ich kam nach oben an Deck und es dämmerte schon. Auch die Crew war schon versammelt. Wir sind raus aufs Meer gefahren und dort warteten wir dann. Wow! Und auf einmal war es soweit. Direkt am Horizont stieg ein feuerroter riesiger Ball empor! So etwas schönes, habe ich glaube ich wirklich noch nie in meinem Leben gesehen. Das war so ein schöner Anblick und ein wahnsinnig tolles Gefühl! Dafür hatte sich das Aufstehen auf jeden Fall gelohnt.

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Highlight 2: Poros! Eine Insel in Griechenland, bei dir wir im Hafen angelegt hatten. Mit der gesamten Flottille starteten wir eine Quadtour über die Insel. Was wir dort für Ausblicke hatten…einfach atemberaubend! Am Abend waren wir dann alle gemeinsam total lecker griechisch Essen und anschließend in einer der Bars feiern. War ein geiler Abend, der sich bis in die Morgenstunden gezogen hat. Eine sehr coole Abwechslung zum Bootsleben.

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Und sonst so?

Neben Poros hatten wir noch 2 weitere Landgänge. Einmal waren wir für einen Spaziergang in einer sehr schönen kleinen Hafenstadt namens Hydra. Der zweite Landausflug ging zu einem beeindruckenden Amphitheater. An beiden Landausflügen konnte man teilnehmen, musste aber auch nicht.

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Fazit

Ich habe durch das Segeln mit Join The Crew eine ganz andere Art von Urlaub kennengelernt. Ich war total ausgeglichen und konnte super schnell abschalten. Ich habe mich innerlich nicht so gehetzt bzw. getrieben gefühlt, wie es manchmal an Land der Fall ist, wenn ich denke „ah Mist, dass wollte ich mir doch auch noch anschauen und hier wollte ich noch essen und das wollte ich doch auch noch machen.“. Auf dem Boot hatte ich das Gefühl nicht. Du lebst einfach in diesem Moment und genießt es deshalb viel mehr – so ging es mir zumindest. Die Mischung aus Buchten und Häfen fand ich ideal. Man war nicht nur auf dem Wasser und konnte Baden, Schnorcheln etc., sondern konnte eben auch ab und an mal etwas Landluft schnuppern. Die Zeit auf der PATMOS war einfach großartig. Die Crew war toll und hatte IIIIIMMER BOCK (kleiner Insider am Rande), daher ist man auch in dieser Woche echt eng zusammen gewachsen. An dieser Stelle: Grüße an die PATMOS aka KARAVOS-Crew. 🙂

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Einen Segeltörn kann ich jedem empfehlen, der

  • Lust auf Segeln hat (mit und ohne Erfahrung)
  • pure Erholung mit Action und Abenteuer verbinden will
  • nicht darauf aus ist in dieser Woche Land, Leute und Kultur kennen zu lernen – das geht nämlich schlecht, wenn du nur auf dem Boot und ab und an im Hafen bist
  • aufgeschlossen ist neue Leute kennen zu lernen – Crew-Love & so
  • der mit relativ wenig Platz gut leben kann, da die Kabinen eben nicht so groß sind
  • nicht darauf steht nur bedient zu werden und die Füße hoch zu legen, sondern selbst auch gerne mal anpackt (segeln, Anker werfen, Essen kochen, abwaschen etc.)
  • einzigartige und ganz besondere Momente erleben will!

Wir waren übrigens in bzw. um Peloponnes herum segeln und haben wie schon gesagt am Hafen in Athen abgelegt. Falls ihr weitere Infos zu diesem Segeltörn haben möchtet, habe ich euch hier mal den Link eingefügt.

Die Autorin: Vanessa

Hallöchen, mein Name ist Vanessa und ich bin die Organisationseinheit auf unseren Reisen. Ich bin Sonnenanbeterin und eine absolute Wasserratte, daher liebe ich besonders den Strand und das Meer. Ganz nach dem Motto „collect moments not things…“, genieße ich jeden einzelnen Moment, den ich mit außergewöhnlichen Erlebnissen verbringen kann.

2018-10-20T20:57:50+00:00

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