Thai-Box-Camp in Pai

Eine Stadt nahe dem Muskelkater

1 Jahr Judo, 5 Jahre Boxen und 2 Jahre Ving Tsun: Man könnte durchaus behaupten, dass ich ein Faible für Kampfsport habe. So war es für mich ein absolutes Must-do während meiner Zeit in Thailand ein Thai-Box-Camp zu besuchen. Da ich Vanessa relativ einfach davon überzeugen konnte, dass es auch was für sie sein würde, habe ich für uns ein wenig Recherche betrieben. Da die Auswahl an solchen Camps wirklich riesig ist, habe ich sicherlich 3 Tage (wenn auch nicht 24/7) damit verbracht, den für uns besten Ort dafür zu finden. Am Ende haben mich die Erfahrungsberichte und die Preisstruktur vom Charn Chai Muay Thai Camp überzeugt.

Pai

Pai ist eine kleine Stadt mit knapp über 2000 Einwohnern und befindet sich im Norden von Thailand. Hier gibt es ein paar kleine Straßen mit Restaurants, einen schönen Streetfood-Markt und ein Thaiboxcamp. Dies war natürlich nicht wirklich alles, aber viel mehr haben wir nicht gesehen, da unser Tagesablauf neben dem Training, essen und schlafen nicht viel freie Zeit bot. So ein Thai-Box-Camp schlaucht halt schon sehr – vorallem, wenn man seit einiger Zeit kein Sport mehr gemacht hat. 😀

Preise

Für eine Woche zahlten wir 2200 Baht, was in etwa 58€ entspricht. Dafür bekommt man 2 Mal täglich eine 2-stündige Trainingseinheit, gratis Wasser und den schlimmsten Muskelkater aller Zeiten. Für zusätzliche 800 Baht (ca. 21€) kann man noch Essen nach dem Training hinzubuchen, was wir aber nicht getan haben, da wir auch gerne die Streetfoodmärkte erkunden wollten. Wer sich keine ganze Woche quälen lassen möchte, oder wem eine Woche noch lange nicht genug ist, kann auf der Webseite von Charn Chai Muay Thai alle Preise einsehen.

 

Unterkunft

Auf der Homepage von Charn Chai Muay Thai werden verschiedene Unterkünfte empfohlen. Diese sind allesamt in Fussnähe zum Camp und auch preislich sehr fair. Schlussendlich haben wir uns für das Hotel Pailifornia entschlossen, was wir auch keine Sekunde bereuten. Hier handelt es sich um eine kleine Hotelanlage mit Innenhof und mehreren Häusern. Unser Zimmer war sehr groß und sauber. Neben der Standardausstattung gab es eine kleine Sitzecke und sogar eine kleine Küchenzeile mit Kühlschrank, Wasserkocher, Tee, Tellern und Besteck. Die Preise variieren hier je nach Saison, so dass wir euch empfehlen würden, die Preise direkt am Hotel zu erfragen.

Begrüßung

Am ersten Tag waren wir sehr aufgeregt, da wir keine Ahnung hatten, was uns erwartet. Ausserdem hatten wir etwas Angst, dass wir physisch nicht fit genug waren, um hier bestehen zu können. Angekommen am Camp wurden wir direkt von „Bee“ begrüßt. Bee ist der Haupttrainer und Eigentümer vom Charn Chai Muay Thai und eine herzliche aber bestimmte Person. Er zeigte uns Fotos von seinem Papa, der ihn als kleines Kind trainierte und erzählte uns ein paar Storys aus seinem Leben. Eine Geschichte die hängengeblieben ist, handelt von seinem ersten Kampf als 10-jähriger Junge. Hierbei setzte sein Vater all sein Erspartes auf ihn, da er fest an ihn geglaubt hatte (und das Geld auch wirklich brauchte). Als Bee diesen Kampf gewann, war ihm klar, dass er seinen Lebensunterhalt als Kämpfer bestreiten will. 11 Jahre später war Bee die Nummer 1 in zwei der größten Thaibox-Arenen Bangkoks. Wer hier nur kämpft, zählt schon zu den besten Thaiboxkämpfern des Landes.

 

Trainingsablauf

Das Training ging jeweils von 8 bis 10 und von 15 bis 17 Uhr. Jede Session begann mit ca. 15 Minuten Seilspringen. Danach gab es meist technisches Training mit einem Partner, wobei man nach einer gewissen Zeit zu einem Trainer gerufen wurde, um mit diesem einzeln zu trainieren. Man hatte immer das Gefühl, dass sich wirklich um einen gekümmert wird, was uns wirklich sehr gefallen hat. Am Ende gab es noch eine Runde Zirkeltraining, welches mit Stretching beendet wurde.

Dieser Plan klingt vielleicht sehr ambitioniert – aber er war viel mehr als das! Wir haben ohne Ende geschwitzt, blaue Flecken davongetragen und den Muskelkater unseres Lebens gehabt. Einmal wurde mir vor Anstrengung sogar so schwindelig, dass ich mich hinsetzen musste, da ich sonst alles vollgekotzt hätte. Teilweise sind wir zum Camp gehumpelt, da der Muskelkater so schlimm war. Wir dachten eigentlich, dass wir keine 2 Minuten durchhalten, aber meist verflüchtete sich der Muskelkater beim Seilspringen rasch wieder. Man kann hier wirklich von ungeahnten Kräften reden, die freigesetzt wurden. 😃

Ein mal hat Vanessa auch gekniffen, da der Muskelkater soooo schlimm war. Ich hatte mich an diesem Tag auch mit den Worten verabschiedet: „Ich glaube ich kann heute auch nur zugucken, aber ich will es wenigstens versuchen. Zur Not lasse ich heute die zweite Trainingseinheit ausfallen.“. Als ich dann beim Thaiboxcamp ankam, wurde ich direkt vom Trainer abgefangen. Er meinte ich solle heute die erste Einheit normal mitmachen und die zweite dann ausfallen lassen… Ich freute mich! … und um 17 Uhr zur einer privaten Trainingseinheit kommen. Ich hätte heulen können! Da ich es irgendwie nicht über mein Ego bringen konnte, diese Aufforderung zu verneinen, wurde aus meinem „ich schaue heute nur zu“, der härteste Tag der Woche. Manchmal spielt das Leben einem halt einfach einen Streich!

Fazit

Wir sind auf jeden Fall sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben.  Es hat trotz der Anstrengung so viel Spaß gemacht, dass wir auch traurig waren wieder gehen zu müssen. Mit der Wahl des Thaiboxcamps haben wir denke ich alles richtig gemacht und würden es auch uneingeschränkt weiterempfehlen. Wenn wir Mal wieder eine längere Zeit in Thailand sein sollten, kommen wir auf jeden Fall wieder!

Der Autor: Dennis

Yüha, ich bin Dennis. Ich habe einen Faible für Rap-Musik, kreatives Marketing und frittiertes Essen. Für mich ist Reisen die Möglichkeit, meinen Alltag auf Stand-by zu schalten. Außerdem finde ich, Herrenhäuser ist das beste Bier. Cheers!

2017-07-03T20:17:10+00:00

2 Comments

  1. Isabelle April 2, 2017 at 12:43 pm - Reply

    Das klingt total toll!!! Schön, dass es euch Spaß gemacht hat! Hätte große Lust, das mal mitzumachen – auch wenn ich nach einer Stunde bestimmt schon umfalle liebe Grüße, Isabelle

    • Der Autor: Dennis
      Der Autor: Dennis April 2, 2017 at 8:41 pm - Reply

      Hi Isabelle,

      das war auch echt sehr toll dort und wir würden es jederzeit wiederholen 🙂 Und keine Sorge: Nach einer Stunde umfallen ist bei diesem Programm echt keine Schande 😀

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