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Vang Vieng – ein Ort an dem sich Touristen scheinbar völlig vergessen

 

Vang Vieng, für die meisten Touristen/Backpacker wohl DAS große Highlight ihrer Reise durch Laos. Für mich persönlich, ein Ort des Fremdschämens. „Vang Vieng ist wie das Amsterdam von Laos“, berichtete uns ein anderer Tourist stolz, der sich gemeinsam mit uns von Vientiane aus, auf den Weg in den kleinen Ort machte. Was er uns damit wohl sagen wollte ist, dass Drogen und dessen Konsum dort kein Problem darstellen. Ja, jeder der nach Vang Vieng fährt, kennt sicherlich dessen Ruf: Alkohol, Drogen und Feiern bis zum Abwinken. Genau das ist wohl auch der Grund, weshalb dutzende Backpacker jährlich diesen Ort aufsuchen. Doch wir haben ein anderes Vang Vieng vorgefunden – zumindest empfanden wir es so.

Bekannt wurde dieser Ort sicherlich aufgrund der Tatsache, dass hier exzessiver Drogen- und Alkoholkonsum geduldet wurde. In zahlreichen Bars und gerade auch beim „Tubing“, war es wohl kein großer Akt, sich mit jeglichen Rauschmitteln zu benebeln. Doch wie das eben manchmal so ist, was man „zuhause“ nicht darf, lebt man oft völlig unkontrolliert und übertrieben dort aus, wo es akzeptiert wird. So wohl auch in Vang Vieng, denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass wohl mehrere Touristen hier beim Tuben (vermutlich) alkoholisiert/berauscht, ertranken. Das war wohl der Moment, indem auch Vang Vieng die Reißleine zog. Denn mittlerweile – ACHTUNG AUFGEPASST! – wird der Konsum von jeglichen Drogen in Vang Vieng nicht mehr geduldet!!! Es wird mit sehr hohen Geldstrafen und sogar Haft bestraft. Ich denke, dass das ein eindeutiges Zeichen für uns Touristen sein sollte. Hierbei geht es nicht alleine um die Sicherheit der Touristen, sondern auch darum, dass die Einheimischen sich in ihrem Leben anscheinend gestört fühlen. Doch scheint dies nicht jeden zu beeindrucken, denn noch immer gibt es Bars, die z. B. „Magic-Mushroom“-Pizzen oder „Magic-Mushroom“-Cocktails anbieten. Und auch die „berüchtigte“ Sakurabar scheint weiterhin ein Ort zu sein, an dem der Verlust der eigenen Kontrolle, bei den meisten an oberster Stelle steht. Ich will es nicht schlechter reden als es ist. Natürlich macht es Spaß, wenn man mal feiern gehen kann – und das kann man dort definitiv! Doch das hier die Ballons mit Lachgas der Verkaufsschlager waren und man für den übermäßigen Kauf von Alkohol auch noch mit einem Geschenk (ein gebrandetes Shirt der Bar, welches einem in ganz Süd-Ost-Asien seeeehr häufig begegnet) belohnt wird, kommt mir doch etwas komisch vor.

Dennis und ich haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir als Teil dieser Reisenden, die manchmal völlig die Kontrolle über sich zu verlieren scheinen, wohl auf die Einheimischen wirken. Finden die das lustig? Würden sie gerne selbst mitfeiern bzw. feiern sie auch manchmal selbst mit? Dulden sie es einfach, weil sie mit uns ihr Geld verdienen? Finden sie das absolut unangebracht und wünschen sich, dass es aufhört? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen ist, dass es in Vang Vieng z. B. mehrere große Schilder gibt, auf denen darum gebeten wird, dass man sich doch bitte den Einheimischen zuliebe vernünftig kleiden und benehmen soll, da die laotische Kultur sehr großen Wert darauf legt. Traurigerweise liefen genau gegenüber von diesem Schild volltrunkene, grölende Touristen in Badekleidung herum und benahmen sich unter aller Sau – ein Moment, in dem ich mich wirklich dafür geschämt habe, auch ein Tourist in diesem Land zu sein.

Ich persönlich finde es total wichtig, dass man die Kultur des Landes respektiert und achtet, in das man reist. Ich verstehe einfach nicht, wie man sich in einer fremden Umgebung derart unangebracht benehmen kann?! Reisen bedeutet doch auch, ein Land, dessen Menschen und deren Kultur kennen zu lernen – warum respektiert man diese dann nicht?


Natürlich hat Vang Vieng auch seine schönen Seiten, sogar sehr schöne. Mehr darüber erfahrt ihr in dem Artikel „Die 3 Must-Do’s in Vang Vieng„.

Wie immer interessiert mich natürlich auch eure Meinung. Wart ihr schon einmal in Vang Vieng? Wenn ja, habt ihr den selben Eindruck gehabt oder habt ihr es als ganz anders empfunden? Teilt gerne eure Erfahrungen mit uns in den Kommentaren. 🙂

Die Autorin: Vanessa

Hallöchen, mein Name ist Vanessa und ich bin die Organisationseinheit auf unseren Reisen. Ich bin Sonnenanbeterin und eine absolute Wasserratte, daher liebe ich besonders den Strand und das Meer. Ganz nach dem Motto „collect moments not things…“, genieße ich jeden einzelnen Moment, den ich mit außergewöhnlichen Erlebnissen verbringen kann.

2018-10-18T08:32:56+00:00

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