Wildcamping Portugal – Unsere 4 Highlight-Spots

Wildcamping in Portugal – im August 2020 haben wir es endlich getan. Dennis und ich wollten schon so lange mal einen Roadtrip machen und wussten nie so recht wann und welche Route und welcher Camper-Anbieter und und und…

Als der Entschluss für den Roadtrip durch Portugal inkl. Wildcamping dann aber gefasst war, ging alles ganz schnell. Ein geeigneter Van war schnell gefunden. Los gehen sollte es in Lissabon. Eine ganz grobe Route für die 11 Tage Roadtrip war auch schnell festgelegt – von Lissabon aus in den Süden bis ca. Faro, hoch bis nach Nazare und dann wieder zurück nach Lissabon. Für uns war allerdings klar, dass wir Campingplätze wenn möglich meiden und stattdessen wildcampen wollen – auch wenn Wildcamping in Portugal offiziell nicht erlaubt ist. Wir wollten die Natur in vollen Zügen genießen und uns einfach frei fühlen. Aber wem erzähle ich das? Wahrscheinlich geht es dir ähnlich, sonst wärst du nicht auf diesem Artikel gelandet. 🙂

Los geht’s: Wildcamping in Portugal! Aber wo sollen/können wir denn jetzt parken?

Am ersten Abend haben wir relativ schnell gemerkt, dass es (zumindest um Lissabon herum) gar nicht so einfach ist einen geeigneten Platz am Meer zu finden, um dort wild zu campen. Daraufhin hat Dennis eine App entdeckt, die echt großartig ist und durch die wir soooo tolle Übernachtungs-Spots zum Wildcampen in Portugal gefunden haben. Von denen möchte ich euch gerne unsere 4 absoluten Highlights vorstellen. Die App heißt übrigens park4night.

Und noch ein Tipp vorab: Die meisten Wildcamper suchen sich zwischen 17 und 19 Uhr ihren Spot für die nächste Nacht. Wenn ihr also unbedingt zu einem bestimmten Wilcamping-Platz in Portugal wollt, dann solltet ihr euch nicht zu spät auf den Weg dorthin machen.

Wildcamping Portugal Spot 1: Setùbal

Den Spot zum Wildcampen in Setùbal haben wir in unserer dritten Nacht entdeckt. Versteckt, hinter einem Felsen mit Blick aufs Meer: So in etwa klang die Beschreibung in park4night. Das hörte sich zu schön an um wahr zu sein, aber ich kann dir sagen, ich war tatsächlich absolut geflasht! „Hier musst du jetzt links abbiegen“, „hier? sicher?“ – Der Weg auf den Dennis mich schickte sah erstmal nicht gerade viel versprechend aus. Von einer geteerten Straße aus kamen wir auf einen leicht sandigen Schotterweg. Es ging leicht den Hügel hinauf. Rechts von der Straße war ein altes herunter gekommenes Gebäude – als würde man auf den Hinterhof eines Schrottplatzes fahren. Doch nach kurzer Zeit sah ich schon den tollen Ausblick aufs Meer. Die Straße führte direkt an der Küste entlang – herrlich! „Jetzt rechts“, „niemals!“ Dennis wollte, dass ich auf einen „Sandweg“ abbiege, der auf den ersten Blick nirgendwo hin führte. Also fuhr ich einfach weiter. Dennis war sich sicher, das wir da lang mussten und verrenkte sich, um zu sehen was am Ende dieses Weges war. „Fahr zurück, da steht jemand mit einem Van“ und Tatsache, der Platz war wirklich so versteckt, dass wir ihn von der Straße aus erstmal gar nicht gesehen haben. Also schnell den Rückwärtsgang rein und ab auf den Sandweg nach Nirgendwo. Nach ca. 100 m war rechts ein kleiner Platz der von einem Felsen teils umschlossen wird – dadurch sieht man den Wilcamping-Platz auch von der Straße aus nicht. Was für ein Glücksgriff! Der zweite Van hat sich dann sogar noch verabschiedet und wir hatten den Spot komplett für uns alleine. Es war so schön ruhig dort und der Ausblick war ein Traum. An der Straße haben sich zum Abend hin noch einige andere Vans zum Übernachten eingefunden, aber es war überhaupt nicht überlaufen und man konnte die Natur in vollen Zügen genießen. Die Felsspalten boten sich außerdem als perfektes Natur-Klo an. Leider hinterlassen viele ihr Klopapier, dass verunstaltet den schönen Ort etwas, aber ansonsten ein perfekter Wilcamping-Ort in Portugal. Es war windstill und am Abend hatten wir einen tollen Sonnenuntergang.
Achtung! Kurz bevor ihr den Platz erreicht wird die Straße ziemlich sandig, fahrt auf keinen Fall zu weit links. Ein anderer Van hat sich hier komplett festgefahren. Vor allem wenn ihr im Dunkeln ankommt, solltet ihr hier besonders aufpassen. Nehmt lieber die rechte Spur. Hier liegen zwar einige große Steine die erstmal abschrecken, aber da kommt man super drüber, wenn man langsam fährt.

Zusammenfassung Wildcamping Spot 1: Setúbal

Name: Setúbal
Koordinaten: N37° 49′ 39.02″, W-8° 47′ 30.27″
Highlight, weil: Versteckt und damit sehr ruhig, toller Ausblick aufs Meer, phänomenaler Sonnenuntergang
Zufahrt: Sehr einfach, wenn ihr auf die sandige Stelle aufpasst
Klo: Nein, aber die Felsspalten sind eine super Alternative
Platz für: max. 3 Vans/Camper
Minuspunkte: Keine Bademöglichkeit, am Rand/in den Felsen zurückgelassene Klopapier

Wildcamping Portugal Spot 2: Caladas da Rainha

Diesen Wildcamping Spot in Portugal haben wir in der 7. Nacht erreicht. Bis dahin hatten wir wirklich schon super schöne Plätze (siehe Spot 1, 3 und 4) und waren ein wenig verwöhnt. Man könnte schon fast sagen wir hatten einen Rausch, einen immer noch schöneren Platz finden zu wollen. Das war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich mich auf diese Horror-Fahrt eingelassen habe. Aber auf Anfang. Während ich unseren Van Danny von A nach B gefahren habe, war Dennis für die Wildcamping-Spot-Suche zuständig. Auf dem Weg zum nächsten Schlafplatz für Nacht 7 hat er mir dann ganz beiläufig gesagt, dass einige in der App geschrieben haben, dass die Zufahrt zu dem Platz ziemlich schwierig ist. Ich würde von mir selbst sagen, dass ich eine ziemliche sichere Fahrerin bin und mich so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann. Daher habe ich mich nicht abschrecken lassen. Zufahrt 1 wirkte zunächst super easy, bis wir dann auf einen völlig versandeten, schmalen und steinigen Weg kamen. Ok, hier komme ich auf keinen Fall durch ohne mir den kompletten Unterboden aufzureißen. Daraufhin hat Dennis eine zweite Zufahrt ausfindig gemacht, die wohl angenehmer sein sollte. Naja, lt. Fotos haben es ja auch schon andere und vor allem größere Camper zu diesem Wildcamping-Platz geschafft, also schaffen wir das auch. Zunächst war die zweite Zufahrtstraße auch ganz ok. Sehr schmal, einige Schlaglöcher, aber es ging. Je weiter wir kamen, desto größer wurden die Schlaglöcher. Eigentlich waren es auch keine Schlaglöcher mehr, sondern tiefe und lange Rinnen gepaart mit Sand und riesigen Steinen. Von links und rechts hingen teilweise die Gräser so dicht auf die Straße, dass man sich wie beim Durchfahren einer Autowaschanlage gefühlt hat. Langsam kämpften wir uns vor. Auf der Hälfte der Strecke ging ein Weg ab, eine Möglichkeit umzudrehen. Ich hielt an und lies Dennis vorlaufen, um zu schauen wie lange das noch so weiter geht bzw. ob die Straße noch schlimmer wurde. Denn das ganze rückwärts und bergauf fahren zu müssen stellte ich mir nicht ganz so amüsant vor. Dennis lief los und es dauerte und dauerte und da ich Herausforderungen liebe dachte ich mir: „Ach komm, fahr einfach. Irgendwie wird es schon klappen.“. Mit viel Schaukeln und Krachen und Rutschen ging es also weiter, bis Dennis mir dann auf einmal entgegenkam und glücklicherweise sagte, dass es nicht mehr so weit wäre. Ok, nach dieser Story habt ihr vermutlich noch nicht soviel Lust hier hin zu fahren, aaaaaber wartet ab. Unten angekommen hat uns ein absoluter Traum-Wildcamping-Spot erwartet. Auf einem Plateau, komplett alleine, mitten im Nirgendwo standen wir also. Links und rechts erstreckte sich die portugiesische Küste und wir mittendrin – WOW! Meine Laune war zwar etwas angeschlagen bei dem Gedanken, den Weg am nächsten Tag wieder zurück fahren zu müssen, aber die Aussicht und Ruhe waren es wert. Hier war man tatsächlich komplett in der Natur angekommen. Weit und breit kein Ort und auch kein Mensch. Einfach völlig alleine irgendwo im Nirgendwo.

Zusammenfassung Wildcamping Spot 2: Caladas da Rainha

Name: Caladas da Rainha
Koordinaten: N39° 28′ 24.62″, W-9° 12′ 1.5″
Highlight, weil: Atemberaubende Aussicht, völlig ab vom Schuss (außer einem Sendeturm nebenan), wunderbarer Sonnenuntergang und auch Sonnenaufgang
Zufahrt: Schwierig! Als Van machbar, wenn man ganz langsam und vorsichtig fährt und gute Nerven hat. Mit einem größeren Camper würde ich es mir zweimal überlegen.
Klo: Nein, aber es sind Wiesen und Büsche in der Nähe und weit und breit kein Mensch – also feel free!
Platz für: max. 2 Vans, max. 1 Camper
Minuspunkte: Keine Bademöglichkeit, schwierige Anfahrt, nachts sehr windig, sodass man im Van durchgeschaukelt wird

Wildcamping Portugal Spot 3: Aljezur

An diesem Wildcamping Platz in Portugal sind wir in unserer 6. Nacht gelandet. Den Tag über hatten wir an der Algarve verbracht, waren Kanu fahren und etwas Sightseeing betreiben, daher haben wir uns vergleichsweise relativ spät auf den Weg zu unserem freien Schlafplatz gemacht. Ich war skeptisch, ob wir überhaupt noch einen guten Platz bekommen würden: Es war spät, die Zufahrt war super (je einfacher die Zufahrt, desto mehr Camper kannst du dort erwarten) und die Ecke von Portugal relativ beliebt. Naja, ich lies mich überraschen. Wir kamen an eine Gabelung und zuerst wollte ich nach links fahren, weil hier eine Parkmöglichkeit ausgeschildert war. Doch Dennis sagte, dass der Wildcamping-Platz lt. Karte rechts liegen müsste. Na gut, schauen wir mal wo wir hinkommen. Nach einer Minute Fahrt erreichten wir den Platz und konnten es gar nicht glauben. Ein wunderschöner Platz und wir waren komplett alleine. Bis auf einer kleinen Hütte und einem Holzschild auf dem stand „Leave nothing but your footprint“ war hier nichts und niemand. Kurz darauf kamen dann doch noch ein paar andere Camper mit zwei Autos, aber es war ausreichend Platz für alle. Dieser Wildcamping Spot lag oberhalb eines Strandes. Der Sonnenuntergang war wie immer der Hammer. Während Dennis den nächsten Morgen nutze, um etwas Fahrrad zu fahren und die Gegend zu erkunden, habe ich mich auf den Weg zum Strand gemacht. Ein kleiner Trampelpfad führt den Hang hinunter zum Strand. Es war so schön. So früh am Morgen waren die Klippen um den Strand herum noch in den Nebel gehüllt. Es war kaum jemand da und man konnte die Ruhe und Einsamkeit genießen. Die Kombi aus tollem Schlafplatz und Zugang zum Strand macht diesen Wildcamping-Platz in Portugal zu meiner Nummer 2!

Zusammenfassung Wildcamping Spot 2: Aljezur

Name: Aljezur
Koordinaten: N37° 23′ 6.36″, W-8° 49′ 20.06″
Highlight, weil: Ruhig gelegen, toller Sonnenuntergang, Zugang zum Strand, wunderschöner Strand
Zufahrt: Sehr entspannt. Es führt eine geteerte Straße zum Platz
Klo: Nein, aber die Büsche in der Umgebung reichen aus
Platz für: ca. 4 Vans/Camper
Minuspunkte: Gibt es aus meiner Sicht keine

Wildcamping Portugal Spot 4: Praia do Cavaleiro

Jetzt kommen wir zu meinem absoluten und nicht zu übertreffenden Lieblingsplatz für Wildcamping in Portugal. Hier haben wir unsere 4. Nacht verbracht und damit war die Mess-Latte unerreichbar hoch gelegt für alle darauffolgenden Übernachtungsspots. Wir haben uns ganz früh aufgemacht, um hier auch definitiv einen Platz zu bekommen. Als wir ankamen, waren noch die Camper der vorherigen Nacht da. Zuerst war ich gar nicht so angetan. Der Platz war sehr voll (ca. 15 Camper), es war ziemlich laut wegen den Wellen, es war so unfassbar hoch oben. Wir wollten dem aber eine Chance geben, haben unseren Danny abgestellt und haben zu Fuß die Gegend erkundet. Aus der Ferne habe ich gesehen, wie sich die ersten an die Abreise machten und auf einmal wurde der absolute Hammer-Platz frei. Ungelogen – ich bin losgerannt, um mir diesen Platz zu sichern. Glücklicherweise kam mir auch keiner zuvor, sodass ich unseren Danny perfekt parken konnte, um die bestmögliche Aussicht rauszuholen. Und ab dem Augenblick war ich dann auch verliebt in diesen Ort. Was die Aussicht angeht, schaut ihr euch am besten die Fotos weiter unten an, denn hier gilt definitiv die Devise: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“. Das Schöne hier war aber auch, dass auf der anderen Seite der Klippen ein Leuchtturm stand, den man mit einem ca. 30-40 minütigen Spaziergang erreichte. Auch hier habe ich dir ein paar Bilder vorbereitet, weil die Aussicht nicht in Worte zu fassen ist. Außerdem hat man von diesem Wildcamping-Spot aus Zugang zu einem kleinen Strand. Allerdings ist der der aufgrund der Gezeiten nur bis ca. 16 Uhr nutzbar gewesen, da er dann zum Großteil überflutet war. Als die Flut losging saßs ich ganz alleine in der kleinen Bucht. Die Wellen die rein sausten waren gigantisch groß. Zum Teil brachen Sie an den vorstehenden Klippen, zum Teil brachen Sie auch erst kurz vor dem Strand. Das war ein sooo krasses Gefühl. Ich habe mich nicht nur winzig, sondern bei dieser Naturgewalt auch irgendwie so unbedeutend gefühlt. Kann ich nur empfehlen! Den restlichen Tag verbrachte ich damit, mir die riesigen Wellen anzuschauen und auf den wunderschönen Sonnenuntergang zu warten. Wie gesagt, ich denke wenn du die Bilder siehst verstehst du, warum das mein Lieblingsplatz beim Roadtrip in Portugal war.

Zusammenfassung Wildcamping Spot 4: Praio do Cavaleiro

Name: Praio do Cavaleiro
Koordinaten: N37° 36′ 18.07″, W-8° 38′ 56.88″
Highlight, weil: Gigantische Wellen, fantastischer Ausblick, Möglichkeit an den Klippen entlang zu laufen, Spaziergang zum gegenüberliegenden Leuchtturm möglich, Zugang zum Strand, phänomenaler Sonnenuntergang
Zufahrt: Sehr entspannt. Es führt eine geteerte Straße zum Platz
Klo: Nein und tatsächlich ist es hier etwas schwieriger unentdeckt sein Geschäft zu verrichten, man muss etwas weiter laufen.
Platz für: ca. 15 Vans/Camper
Minuspunkte: Beliebter Spot und daher übernachtet man hier definitiv nicht alleine, als wir ankamen waren ca. 15 Vans da und in der Nacht als wir dort geschlafen haben ca. 6 Vans. Aber egal wie viele Vans/Camper hier stehen, wenn es einen freien Platz gäbe, würde ich ihn sofort nehmen.

Bei diesem Anblick wacht man doch gerne morgens auf!

Ich hoffe ich konnte euch mit meinen 4 Lieblingswildcamping-Spots in Portugal etwas inspirieren. Wir hatten übrigens nicht einmal das Problem, dass wir von der Polizei weggeschickt oder ermahnt wurden. Und das wir an vielen Spots wirklich alleine und mit so wenig anderen Campern waren, lag vermutlich auch daran, dass zu Corona-Zeiten weniger Menschen gereist sind. Daher weiß ich nicht wie voll/überfüllt diese Spots bei „normalen“ Reisebedingungen sind. Teile gerne auch deine Lieblings-Übernachtsspots in Portugal in den Kommentaren mit uns. Wir würden uns freuen.

2020-12-06T17:19:29+01:00

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